Minister Dulig: "Es liegt an uns, den Standort zu stärken."

15.09.2021

Am 10. September wurde in Leipzig im Rahmen eines Kongresses die KI-Strategie für den Freistaat vorgestellt. Expert:innen aus Forschung, Lehre, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft hatten zuvor in einem Arbeitsprozess unter Federführung der Sächsischen Staatskanzlei das Strategiepapier für den Freistaat Sachsen entwickelt.

KI-Strategie für Sachsen

Die gemeinsame Strategie definiert Ziele, um Sachsen zum Thema der Künstlichen Intelligenz (KI) gut aufzustellen und für die Zukunft fit zu machen. Erkenntnisse in Bezug auf die Situation der KI in Sachsen brachte bereits das vom SMWA geförderte Projekt „Künstliche Intelligenz – Kompetenzen und Innovationspotentiale in Sachsen“ (KIKIS) im Jahr 2018. Die Ergebnisse sind nun auch in das Strategiepapier einflossen. Darüber hinaus rief der Freistaat rief bereits zu Beginn des Jahres 2021 die Bürger:innen dazu auf, sich an der Entwicklung der  KI-Strategie zu beteiligen.

In der Podiumsdiskussion betonte Staatsminister Martin Dulig die Chance für Sachsen: „Wir werden unsere eigenen Leute besser qualifizieren und ausbilden. […] Es liegt doch an uns, […] den Standort Sachsen zu stärken.“ Die notwendigen Voraussetzungen dafür seien gegeben, sagte Dulig. Allerdings müssten dafür auch die Arbeitsbedingungen sowie die Löhne konkurrenzfähig sein, betonte der zuständige Arbeitsminister.

Die Arbeit des Zukunftszentrums Sachsen spiegelt sich vor allem im Strategieziel 4: KI in Unternehmen wider. Um eine möglichst breite Akzeptanz zu schaffen, sei eine Information und Beteiligung seitens der Beschäftigten in den Betrieben rund um das Thema KI besonders wichtig. Bei der Einführung von KI-Anwendungen müssen die Beschäftigten daher frühzeitig in den Prozess eingebunden werden, um neue Technologien für alle Seiten gewinnbringend einzuführen.

„Der Freistaat Sachsen unterstützt KMU und Beschäftigte dabei durch verschiedene Maßnahmen“, heißt es in dem Strategiepapier (S. 26 ff.). „Zum Beispiel beteiligt sich Sachsen an dem vom Bund auf den Weg gebrachten und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds ko-finanzierten Programm ‚Zukunftszentren‘.“ Das Programm soll KMU und ihre Beschäftigten bei der Bewältigung und sozialen Gestaltung der derzeitigen großen Veränderungsprozesse, beispielsweise im Zusammenhang mit KI, unterstützen.

Wir haben das Potenzial in und für Sachsen früh erkannt. Im Freistaat arbeiten viele innovative kleine und mittelständische Unternehmen. [...] Sie zählen in ihren Gebieten zum Teil zu den Weltmarktführern und verfügen über gute Voraussetzungen, um ihre wirtschaftlich starken Positionen zukünftig durch die Integration von KI in ihre Prozesse, Produkte oder Dienstleistungen zu festigen und auszubauen.

Martin Dulig, Sächsischer Wirtschaftsminister

Die KI-Strategie des Freistaats Sachsen umfasst neun Strategieziele:

Die Kompetenzstelle KI soll zentrale Anlauf- und Auskunftsstelle bei Fragen zu Bildungsangeboten, der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft, sowie des Datenzugangs und Datentransfers werden und Beratung für Unternehmen zu Fördermöglichkeiten bieten. Sie wird umfassender Ansprechpartner für diejenigen, die innerhalb Sachsens Projektpartner im Bereich KI suchen und Akteuren von außen einen niedrigschwelligen Zugang zur sächsischen KI-Landschaft ermöglichen.

Sachsen verfügt über eine leistungsfähige, technologie bezogene und anwendungsnahe Forschungslandschaft. Wie kaum ein anderes Bundesland hat der Freistaat Sachsen dadurch Möglichkeiten, KI von der Idee über Forschung und Entwicklung sowie Transfer bis hin zum wirtschaftlichen Erfolg zu unterstützen. Die hervorragenden Forschungsstrukturen soll auch im Bereich KI weiter konsequent ausgebaut werden und für neueste Entwicklungen geöffnet werden.

Gut ausgebildete Fachkräfte sind eine notwendige Voraussetzung, um die Forschung und Entwicklung zu KI und deren Anwendung in Sachsen weiter voranzutreiben. Mit den Maßnahmen der Strategie sollen junge Menschen im Freistaat gehalten und gleichzeitig Fachkräfte gewonnen werden.

KI bietet für unsere Arbeitswelt viele Chancen. Die Fähigkeiten von KI können Prozesse verbessern, bei der Lösung komplexer Aufgaben unter stützen und Arbeiten leichter und flexibler gestalten. Menschen können durch KI gestützte Technologien von gefährlicher, körperlich schwerer und eintöniger Arbeit entlastet werden.

Eine sichere und vertrauensvolle Nutzung von KI – gerade auch in sensiblen Bereichen wie dem Gesundheitswesen – verlangt darauf eingestellte rechtliche Rahmenbedingungen und die Einhaltung europäischer Datenstandards. Sachsen unterstützt die europäischen und nationalen Bestrebungen, einen guten Rechtsrahmen für KI zu schaffen.

Bereits in der Schule genauso wie im Rahmen von Aus- und Weiterbildung soll das Interesse an Künstlicher Intelligenz geweckt werden und den Schülern sowohl ein grundlegendes Verständnis für dieses Themenfeld vermittelt als auch den Einstieg in den praktischen Umgang mit KI geboten werden. So sollen Berührungsängste abgebaut und die Lust an der Technologie gefördert werden.

Die Potenziale der IT sollen umfassend genutzt werden, um die Verwaltung schneller und effizienter zu machen und den Service für Bürger und Unternehmen zu verbessern. Gleichzeitig soll die sächsische Verwaltung ein Innovationstreiber auf diesem Gebiet sein.

Insbesondere für KI-Anwendungen im Bereich des maschinellen Lernens sind Daten in großen Mengen (Big Data) nötig. Um eine effiziente und transparente Entwicklung des sächsischen Datenschatzes zu gewährleisten, sollen die Daten nach offenen Standards, entsprechend der sogenannten FAIR-Prinzipien (Auffindbarkeit, Zugänglichkeit, Interoperabilität und Wiederverwendbarkeit) unter Berücksichtigung des persönlichen Datenschutzes, zur Verfügung gestellt werden.

Seit Anfang 2021 betreibt der Freistaat ein eigenes Open Data Portal. Es verfügt über eine leistungsfähige technische Basis, um Daten voll automatisiert zur Verfügung stellen zu können. Außerdem liegt der Schwerpunkt auf einer komfortablen webbasierten Suche, die es für Laien und Datenexperten gleichermaßen möglich macht, kommunale und staatliche Verwaltungsdaten zu recherchieren und direkt selbst zu nutzen.

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Den Livestream des KI-Kongresses vom 10. September 2021 in Leipzig

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