Kollaboratives Arbeiten – Teamwork im neuen Gewand?

Bei Zukunftsdenken.live im April haben wir mit der Q-Hub GmbH über Methoden des kollaborativen Arbeitens gesprochen und wie aktuelle Herausforderungen durch Kooperationen besser angegangen werden können.

Der Begriff des kollaborativen Arbeitens wird oftmals dem des Teamworks gleichgesetzt und synonym verwendet. Doch so einfach ist das nicht. Die Begriffe sind zweifelsfrei miteinander verbunden. Das kollaborative Arbeiten als auch das Teamwork beschreiben Formen der Zusammenarbeit. Der Unterschied besteht darin, dass im Teamwork eine Aufgabenteilung stattfindet. Beim kollaborativen Arbeiten bemühen sich die Teammitglieder gleichzeitig um die Ausführung von Aufgaben, d. h. alle beteiligten Mitarbeitenden können gemeinsam und zeitgleich ein Projekt bearbeiten. Beispielsweise können mehrere Teammitglieder den digitalen Zugriff auf ein Dokument haben und so Texte und Tabelle simultan gestalten.

Kollaboratives Arbeiten in Teams ist nur eine Möglichkeit der Zusammenarbeit. Immer größere Bedeutung bekommt die Zusammenarbeit von Start-ups und Konzernen oder Unternehmen mittlerer Größe. Aber warum kommt es überhaupt im Bereich Innovation immer häufiger zur Kollaboration in dieser Konstellation? Zum einen verfolgen die jeweiligen Partner ihre eigenen Innovations- und Wachstumsziele, um Wettbewerbsvorteile zu erlangen oder zu erhalten. Zum anderen auch gemeinsame Ziele, die mit der Zusammenarbeit an sich verbunden sind.

Wie solch eine überbetriebliche Zusammenarbeit aussehen kann, beschreibt die folgende Fallstudie.

Welches Start-up und welches Unternehmen agieren miteinander?

Im Verbund haben die authentic.network GmbH, die Syscore GmbH, die Torwell GmbH, die Q-HUB GmbH für Meyer Burger gearbeitet. Dabei übernahm Q-HUB die Projektverantwortung und die Analyse der Nutzer und Zielkunden. Authentic brachte eine innovative Technologie zum Fälschungsschutz mit. Syscore übernahm die Gestaltung der User Experience und des User Interface. Die Torwell GmbH hat die Programmierung der digitalen Lösung übernommen.

Wie ist die Kooperation entstanden?

Der CEO von Meyer Burger und der CEO von Authentic haben sich bei einer Q-HUB Veranstaltung kennengelernt. Gemeinsam kam es dann zum Ideenaustausch, wie die Authentic-Technologie eingesetzt werden könnte. Im Netzwerk entstand dann die Lösung.

Welche Herausforderung gab es?

Meyer Burger schafft ein neues Premium-Produkt, welches über einen in der Branche gängigen dreistufigen Vertrieb verkauft wird. Dies birgt verschiedene Herausforderungen, die Meyer Burger innovativ und anders als andere zu ihrem Vorteil machen möchte.

Aus Endkundenperspektive ist das neue Solarmodul unter der Marke Meyer Burger ein „Newcomer“, obwohl dieses Unternehmen seit Jahrzehnten die weltweite Solarindustrie mit ihrer Technologie befähigt.

Auch das Brandbuilding für die neue Zielgruppe ist sehr aufwendig, schließlich ist das Produkt für den Endkunden oftmals nicht sichtbar, da es auf dem Dach von einem Installateur montiert wurde und der Kunde selbst dieses Produkt nie in der Hand hatte.

Hinzu kommt noch, dass das Produkt Solarmodul selbst nicht vernetzt, bzw. digital nutzbar ist und damit ein Up- und Cross-Selling von weiteren Services und ein Aufbau einer engen Kundenbeziehung nur schwer zu erreichen ist.

Herausforderungen sind in solchen Projekten oft damit verbunden, dass das Ziel im ersten Schritt noch sehr unkonkret beschrieben werden kann und durch User Research, also das direkte Gespräch mit dem Endkunden und Nutzern die echten Problemlagen identifiziert werden. Auf dieser Grundlage kann dann das Projekt genauer gestaltet und sinnvolle Empfehlungen für die Produktentwicklung gegeben werden. Es benötigt also vor allem in den ersten unkonkreten Projektphasen viel Vertrauen. Im Projektverlauf wird die Aufgabenstellung dann konkreter und geschärft.

Warum war es besser, das Start-up zu involvieren, als selbst unternehmensintern eine Lösung zu finden?

Dieses Vorgehen eignet sich vor allem, wenn ein Unternehmen strategisches Neuland betritt. In solchen Fällen kann die Organisation häufig nicht auf Erfahrungswissen zurückgreifen. Es müssen neue Ansätze entwickelt und erprobt werden. Es besteht Unsicherheit oder die Gefahr, in bestehenden Abläufen, Strukturen und Paradigmen zu denken.

In dem das Problem nach außen gegeben wird, wird mit offenen und unbelasteten Experten zusammengearbeitet. Da im Prozess als Erstes auch mit Nutzern der neuen Lösung gesprochen wird, wird eine nutzerzentrierte Vorgehensweise abgesichert. Alle anschließenden Arbeitsschritte beziehen sich auf die Einblicke beim Kunden und wesentlichen Anspruchsgruppen und integrieren die strategischen Ziele sowie Stärken des Unternehmens (Auftraggeber).

Vorteile von Kollaborationen:

  • schnelles, verantwortungsvolles und unabhängiges Vorgehen

  • schnelle Erfahrungen aus dem Markt

  • Entlastung des Auftraggebers durch Experten

  • professionelle Umsetzung und Konzentration auf das Projekt

Was können Nachteile sein?

  • es bedarf ausdrücklich eines Top-Management Commitments. Ist dieses nicht vorhanden, besteht die Gefahr, dass etablierte Prozesse und Denkmuster infrage gestellt werden bzw. schwierige Entscheidungen nicht vorangetrieben werden.
  • wenn Projekt zu stark außerhalb der Organisation entwickelt wird, ist es schwierig, die Mitarbeiter mitzunehmen.
  • professionelles Projektmanagement und häufiger Abgleich notwendig
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Aufzeichnung des Online-Seminars vom 28. April 2022 

Ihre Ansprechperson:

Claudia Gränitz-Kleiber

MIKOMI

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